Leiern hat in Euerfeld Tradition "Das ist der englische Gruß..." Von Gründonnerstag bis Karsamstag ersetzen Buben und Mädchen die Kirchenglocken
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© foto: walter sauter  |
| Kindern beim Leiern. |
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Leiern - das heißt in Euerfeld in den Tagen zwischen Gründonnerstag und Karfreitag nicht etwa, ein Gebet oder ein Gedicht schnell und tonlos aufzusagen, sondern bedeutet für die Kinder im Ort, mit ihren aus Holz gefertigten Leiern die Kirchenglocken zu ersetzen, die in diesen Tagen schweigen. Damit wird an das Leiden und Sterben Jesu erinnert, ehe der Heiland an Ostern mit dem Klang der Glocken wieder aufersteht.Von der Erstkommunion bis zur siebten Klasse - aus dieser Altersgruppe rekrutiert sich das Team der Leierbuben und -mädchen. Der Spaß, der allerdings auch mit einer nicht unerheblichen Leistung zu Fuß verbunden ist, beginnt am Gründonnerstag nach der Abendmesse. Bei dieser Gelegenheit nutzen die im Vorjahr ausgeschiedenen "Leierer" die Chance, ihre "Nachfolger" zu attackieren und zum Beispiel mit Wasserbomben zu bewerfen. Dass aus der frommen Übung schnell ein Wettlauf durchs nächtliche Euerfeld wird, ist wohl jedem klar. Höhepunkt des Leierns ist der Karfreitag, an dem die jungen Leute bis zu elf Mal durchs ganze Dorf ziehen. Per Gesang und unter ohrenbetäubenden Lärm der Leiern verkünden sie z.B. die Botschaft vom Beginn eines Gottesdienstes oder die Zeit für den Englischen Gruß. Am Karsamstag dürfen dann zum Abschluß die Neulinge mitleiern, während die Ältesten sich den Löwenanteil an den gesammelten Eiern und Geld sichern.
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